Nach der Ernennung Kiels zum Reichskriegshafen wurde 1882 die Pauluskirche am
Niemannsweg fertiggestellt und als Garnisonskirche für beide Konfessionen
genutzt.
Wegen des steigenden Bedarfs wurden gleichzeitig die evangelische Petruskirche
in der Wik und die katholische St.Heinrich Kirche in der Feldstraße als weitere
Marinegarnisonskirchen erbaut (1906- 1909).Der neuromanische Zentralbau aus rotem Backstein wurde am 31.3.1909 eingeweiht
(Architekt: Baurat Kelm).
Nach schweren Bombenschäden 1944 wurde St.Heinrich als Gemeinde- Kirche 1948
von Architekt Otto Schnittger wiederaufgebaut.
Um den mit einem Pyramidendach abgeschlossenen Hauptbau gruppieren sich zwei
kurze Querschiffe im Norden und Süden, sowie die Altarkonche im Osten.
Der quadratische Westturm mit dem Eingang trägt eine polygonale Spitze. Bei der
letzten Renovierung des Innenraums 1992 wurde seine Statik stabilisiert.
Die innere, selbsttragende Dachkonstruktion aus Stahlbeton war 1909
revolutionär. Sie musste 2001 aufwändig restauriert werden und steht unter
Denkmalschutz.
Der Innenraum wurde 1992 von einigen Stilbrüchen der Vergangenheit befreit und
behutsam wieder der ursprünglichen Schlichtheit und Schönheit angenähert
(Freilegung der Bögen und Rotstein-Verblendungen und des Fußbodens).
Stolz der Gemeinde ist der wertvolle Flügelaltar des Priesterkünstlers Sieger
Köder (Ellwangen) mit 10 leuchtenden Bildnissen zum Thema „Wort Gottes",
der im November 2002 eingeweiht werden konnte. Ein ausliegendes Faltblatt
erklärt seine biblischen und zeitgeschichtlichen Bezüge.
Um die Kirche gruppieren sich das als Jugendheim und Pastorenwohnung konzipierte
Pfarrhaus von 1952, das Gemeindehaus von 1984 und der Speisesaal für
Nichtsesshafte von 1999, der das soziale Engagement der Gemeinde widerspiegelt.
Für Interessierte gibt es hier einen Aufsatz des Ingenieurbüros "Oemig + Partner, Kiel" über die Dachkonstruktion der St. Heinrich- Kirche als PDF-Dokument